Wie steht es um unsere Entrepreneurs in Residence? Heute: Shivam

5. April 2022

Gefördert durch das Pre-Start BW Programm des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg arbeiten derzeit sechs Studierende am Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung an ihren Startup-Ideen.
[Bild: pixabay.com]

Ich kann sagen, dass es der beste Weg ist, sich Kenntnisse über eine Unternehmensgründung anzueignen, oder etwas über die Reichweite seiner Idee oder seines Konzeptes zu lernen, unmittelbar in der Gründung des Unternehmens liegt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Ausmaß an Gelerntem enorm und in vielen Fällen auch relevanter ist, als das Wissen, das man sich anhand der „Theorie“ erarbeitet. „Entrepreneurs in Residence“ hat mir hierfür eine geeignete Plattform geboten, um mein Wissen zu erweitern, mittels einer Marktanalyse den potentiellen Markt für meine Startup-Idee zu erkunden, Feedback einzuholen und schließlich zu beurteilen, ob mein Startup-Konzept einer „mobilen Reinigung“ tatsächlich auf Interesse stößt.

Meine Analyse des Marktes

Klassisch wurde die Marktanalyse zunächst per Paper-and-Pencil-Interview durchgeführt, später aber, aufgrund von mangelnder Effizienz und weil es sich um eine sehr aufwändige Methode handelt, wurde das Format auf Online-Fragebögen umgestellt. Fragen nach der Wichtigkeit eines Reinigungsservices, nach der potentiellen Häufigkeit der Nutzung und die Frage nach dem Preis, den die potentiellen Kund*innen zahlen würden, haben mir eine gewisse Ahnung gegeben, wie mein bespielbarer Markt aussieht und welche Services wohl am häufigsten benutzt werden könnten und welche Preise ich dafür wohl abrufen könnte.

Zudem konnte ich anhand des daraus resultierenden Nutzer*innen-Profils herausarbeiten, dass mein potenzieller Markt wohl am besten durch digitales Marketing über YouTube-Anzeigen, Instagram-Anzeigen und Massenkampagnen erreicht wird. Die beste Option hierfür ist die Ansprache von Influencern auf Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram. Öffentliche Kampagnen, die auf die Massenkunden abzielen, können durch die Idee erreicht werden, dass die Reinigung und das Bügeln von Kleidung eine Aufgabe ist, die mit einer angemessenen Dienstleistung erleichtert werden sollte.

Anpassungen

Die anfängliche Idee, einen mobilen Wäscheservice durch VANs mit ausreichend Platz im Fahrzeug anzubieten, um möglichst auf Nachfragespitzen reagieren und an Schlüsselpunkten aktiv sein zu können, hat sich derweil als fatal herausgestellt. In Sachen Kapitalinvestition habe ich nicht richtig kalkuliert und jetzt festgestellt, dass mobile VANs ein hohes Risiko in Bezug auf das Kapitalmanagement und die Gewinnentwicklung darstellen. Es hat sich herausgestellt, dass es besser wäre, statische Standorte in verschiedenen Postleitzahlengebieten zu wählen und die Strecken mit Elektrofahrrädern für die Auslieferung zurückzulegen. Das Hub-and-Spoke-Modell kann in diesem Fall ein geeignetes System für das Lieferkettenmanagement sein.

Weiterhin weiß ich nun, dass der Markt für meine Idee zwar offen und auch prinzipiell vorhanden ist, dass aber ein Zusammenschluss mit bestehenden Wäschedienstleistern notwendig ist. Das daraus resultierende Ziel ist die Bereitstellung von Reinigungsdienstleistungen aus einer Hand. Der Zusammenschluss kann auf Grundlage von Lizenzgebühren erfolgen, die an die bestehenden Dienstleister gezahlt werden.

Und nun?

Durch die Markanalyse konnte ich die Bedürfnisse und Interessen der breiten Masse aus dem Unternehmenssektor für billige, zuverlässige, schnelle und Tür-zu-Tür-Reinigungsdienste erkennen. Aus den Bruttorechnungen geht zudem klar hervor, dass das Konzept, wenn es richtig umgesetzt wird, rentabel sein kann. Nun muss das Geschäftsmodell in der nächsten Phase verfeinert und abschließende Aufgaben ausgeführt werden. Das habe ich mir für die nächste Phase von „Entrepreneurs in Residence“ vorgenommen.

Kontakt

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Andreas Wahl

Dr. rer. pol.

Postdoc, Stundenplanbeauftragter/Lehrkoordination

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