25. Februar 2021

„Unterschätzt euren eigenen Wert nicht!“

Am 17. Februar fand die zweite Runde der Vortragsreihe zum Thema „Gründung“ statt. Die Veranstaltung fand als gemeinsames Format des Instituts für Strahlwerkzeuge und dem Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung der Universität statt und steht unter dem Motto „Erfolgreich Gründen- Erfahrungsberichte und Erfolgsfaktoren“.

Nach der Einführung durch Volkher Onuseit startet die Vortragsreihe mit einem Beitrag von Christian Freitag, Gründer von Light Pulse Laser Precision. Seine Reise der Laseranwendungsbereiche begann während der Promotion am Institut für Strahlwerkzeuge. Freitag berichtet wie er in Zuge dessen unterschiedliche Prozesse erforschen konnte und durch erste Projekte im Forschungsumfeld daraus bereits erste Netzwerkkontakte entstanden, die später auch zu ersten Kunden führten.

Heute fällt ihm vor allem auf, dass technisch komplexes Fachwissen relativ einfach durch die Arbeit im Forschungsumfeld zugänglich gemacht wird. Der relevante Schritt für ihn danach, stelle der Sprung in die Vetriebswelt dar. „Unterschätzt euren eigenen Wert nicht!“ Gerade als Ingenieur wird dieser Schritt meist unterschätzt und eigene Dienstleistung und Fachwissen zu billig vermarktet.

Der Tipp von Christian Freitag für nachhaltigen Erfolg: „Man muss raus in die Welt!“ um den Menschen mitzuteilen was man macht. Nur so lassen sich Personen ob Kunden oder Partner, auch für das was man macht begeistern.

Mit Patrick Mucha kam anschließend der Gründer von PMLT Laser zu Wort. Als eine weitere Person, die am IFSW promovierte, verfolgte Mucha jedoch zunächst einen anderen Weg. Die Ausgründung erfolgte damals aus einer Festanstellung bei seinem ersten Arbeitgeber. Durch die hohe Unterstützung dessen, wurde dieser sogar langjähriger Kunde Muchas. Für ihn sei die zielführende Entwicklung ausschlaggebend für den Erfolg. Dabei entstehen bei ihm Ideen durch Anfragen. Er beobachte oft, dass viele Gründer aus dem wissenschaftlichem Umfeld, eine stark subjektiv und euphemistische Wahrnehmung ihres Produkts haben. Dabei verliere man oft das reale Problem der Kunden aus den Augen so Mucha.

„Wie viel ist es dem Kunden Wert das Problem gelöst zu bekommen?“ Diese Frage sollte sich laut Alexander Brem jeder Gründer stellen.

Mit Martin Rumpel und David Schneider betraten zwei Personen von MarTec das virtuelle Podium. MarTec entstand aus unmittelbarer Ausgründung des IFSW. Für Martin Rumpel war das zu Beginn einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Aus der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen entstanden viele Projekte mit Industriepartnern und EU -Kooperationspartnern. Wichtig sei es für Ihn danach den Absprung zu finden: „Man muss aus dem Forschungsdenken rauskommen und rein in die Marktfähigkeit.“ Mit David Schneider holte er sich aus dieser Motivation heraus weitere Expertise aus dem wirtschaftlichen Umfeld an Board. Für Ihn einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, die nachhaltig prägen: Netzwerk und Teamaufbau zur Ergänzung und Erweiterung der eigenen Expertise.

Im Anschluss an diese drei Einblicke entstand eine Diskussion zwischen den Beteiligten und den Zuhörenden. Einer der größten Erfolgsfaktoren, die sich dabei im Konsens ergaben, sind die Vorteile aus dem Forschungsumfeld. Netzwerkpartner, erste Kunden und die Nutzung von Einrichtungen und Expertenwissen befähigen im frühen Stadium persönliche Fixkosten gering zu halten. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Zusätzlich dazu den Denkprozess möglichst früh aus Kundenperspektive zu starten, trifft ebenfalls den gemeinsamen Tenor. Abschließende positive Erfahrungsberichte und daraus resultierende Erkenntnisse zu Kooperationsmodellen aus Forschungseinrichtungen und Ausgründungen, bekräftigen die weitere Motivation, diese Strukturen weiter auszubauen.

Text: Marcel Scharmach

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M. A.

Melanie Minderjahn

Wiss. Mitarbeiterin, Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

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