21. Juni 2021

„Früh mit dem Gründen zu starten, bedeutet viel Zeit zu haben, um viele Fehler zu machen“

Am 17. Juni 2021 ging die Speaker Series in die fünfte Runde. Das gemeinsame Format von Universität Stuttgart, STARTUP AUTOBAHN powered by Plug and Play und ARENA 2036 steht unter dem Motto „Von der Idee zum erfolgreichen Startup“.

Nach einem Grußwort von Peter Middendorf, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer der Universität Stuttgart, machte Andreas Rudyk den Start und erzählte von seiner Reise als Entrepreneur, die bereits sehr früh begann: Seine erste Firma, einen Online-Gaming-Enabler, gründete er mit einem Schulfreund im Alter von fünfzehn Jahren. Andreas Learning aus dieser Zeit: „Starte so früh wie möglich und sei mutig. Wenn Du jünger bist, sind Deine Kosten meist noch nicht so hoch und Du hast vermutlich auch noch keine eigene Familie“.

Diese erste Gründung, bei der seine Eltern noch alle Verträge unterzeichnen mussten, nahm einen etwas anderen Weg, wie gedacht. Der Vertrag, der die erste Finanzierung sichern sollte, beinhaltet eine frühzeitige Rückzahlung des Geldes, weshalb zum Beispiel gekaufte Hardware wieder verkauft werden musste. Andreas rät hier: „Nimm Dir die Zeit, die Verträge, die Du unterzeichnest auch wirklich zu verstehen und schließe nur gute Verträge ab. Meist ist das leichter gesagt als getan, aber die Zeit, die Du investierst, ist es mit Sicherheit wert!“.

Nach dem Verkauf seiner ersten Idee, folgten die nächsten Gründungen, zum Beispiel ein Unternehmen für Cybersicherheit für Verbraucher mit über 7 Millionen Nutzern weltweit. „Gib nie auf und vergiss nicht, dass auch das Glück immer eine große Rolle spielt“, sagt Andreas hierzu.

2014 gründete er Smartfrog mit, führte 2018 die Unternehmen Smartfrog & Canary mit Hauptsitz in NYC zusammen und führt die Gruppe als Co-CEO. Bis heute hat das Unternehmen mehr als 100 Mio. US-Dollar an Venture-Finanzierung eingeworben. Zu erwähnen ist hier, dass das Unternehmen seinen Start in Europa machte und dann in die USA expandierte, indem es ein marktführendes US-Unternehmen eingekauft hat – eine Geschichte, die wir meist andersherum kennen.

“Denk global, aber vergiss den lokalen Ansatz und die Besonderheiten eines fremden Marktes nicht. Ein lokales Team vor Ort, auch wenn es nicht groß ist, kann Dir mit lokalem Wissen über den Markt viel helfen“, rät Andreas. Außerdem sei es meist sehr nützlich, Investoren auszuwählen, die nicht nur Kapital, sondern auch Werte in Dein Business einbringen können.

Mit Cornelius Carl, der sich als Redner an die Insights und Learnings von Andreas anschloss, kam wie immer in diesem Format auch ein Gründerteam zu Wort, welches noch in einem früheren Stadium steckt. Im Falle von Cornelius berichtete dieser von seiner Geschichte. Auch er habe schon früh eine App programmiert und kenne die Situation, die Eltern zum Unterzeichnen von Verträgen zu brauchen.

Auf seiner Suche nach dem, was er nach der Schule gerne lernen würde, kam Cornelius auf ein paar Umwegen zum Architekturstudium. Sein Fokus auf die digitale Welt bliebt ihm aber immer erhalten. Nachdem dann die ersten Auswirkungen der Coronapandemie in Europa angekommen waren, kam bei Cornelius die Frage auf: Sollte es nicht ein dynamischeres System geben, in dem sich die Menschen digital begegnen können? Menschen mit freundlichen Gesichtern! Eine Umgebung, die Spaß macht und in der es Bewegung gibt! Aus dieser Idee ist SaySom entstanden, das vor wenigen Wochen erst ein EXIST-Gründerstipendium erhalten hat.

Kontakt

Dieses Bild zeigt  Melanie Minderjahn
M. A.

Melanie Minderjahn

Wiss. Mitarbeiterin, Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

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