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Zwischen Anonymität und Sichtbarkeit beim Brainstorming

22. Juli 2026

Neue Forschung unter Beteiligung von Theresa Wöllner und Prof. Alexander Brem vom Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung (ENI) der Universität Stuttgart sowie Tim G. Schweisfurth von der Technischen Universität Hamburg untersucht, wie unterschiedliche Formen der Anonymität die individuelle Ideengenerierung beeinflussen. Der Beitrag „The impact of mixed-anonymity on brainstorming performance: Evidence from field experiments“ wurde in der Fachzeitschrift PLoS One veröffentlicht.

Anonyme Brainstorming-Formate können dazu beitragen, dass Teilnehmende ihre Ideen freier äußern. Gleichzeitig kann die fehlende persönliche Zuordnung das Verantwortungsgefühl verringern. Werden Ideen dagegen von Anfang an namentlich zugeordnet, steigt zwar die Sichtbarkeit der Beiträge. Ungewöhnliche oder riskante Vorschläge könnten dann jedoch eher zurückgehalten werden.

Die Studie untersucht deshalb einen dritten Ansatz: Mixed-Anonymity. Dabei entwickeln die Teilnehmenden ihre Ideen zunächst unabhängig voneinander und anonym. Auch die Bewertung erfolgt ohne Namensnennung. Erst im Anschluss werden die Urheberinnen und Urheber der am besten bewerteten Ideen bekannt gegeben.

In zwei Feldexperimenten verglichen die Forschenden dieses Format mit vollständig anonymen und nicht-anonymen Bedingungen. Im ersten Experiment zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede bei der Anzahl, der Neuartigkeit oder dem Nutzen der Ideen. Im zweiten Experiment wurden die unter Mixed-Anonymity entwickelten Ideen als neuartiger bewertet. Bei der Ideenanzahl und dem Nutzen der Ideen ergaben sich jedoch auch dort keine Unterschiede.

Die Ergebnisse sprechen daher nicht dafür, Mixed-Anonymity grundsätzlich als überlegenes Brainstorming-Format zu betrachten. Vielmehr scheint die Wirkung von der jeweiligen Untersuchungssituation und der konkreten Ausgestaltung des Ideationsprozesses abzuhängen. Die Studie erweitert damit die bisherige Gegenüberstellung von anonymen und nicht-anonymen Formaten. Sie rückt insbesondere den Zeitpunkt und den Umfang der Offenlegung von Identitäten als mögliche Gestaltungsfaktoren in den Blick.

 

Der vollständige Artikel ist hier frei zugänglich (Open Access)

Dieses Bild zeigt Theresa Wöllner

Theresa Wöllner

 

Doktorandin

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