1. Förderung von Awareness
Mit Unterstützung des universitären Diversity Fonds konnten wir 2025 in einem speziellen Allyship-Training (durchgeführt von diversity-connects) lernen, wie man eine aktive „Verbündeten-Rolle“ einnimmt. Aus psychologischer Sicht geht es dabei darum, dass privilegiertere Personen lernen, sich aktiv und wirkungsvoll für marginalisierte Kolleg*innen einzusetzen.
2. Technologie für Menschen
„AI for Bureaucratic Inclusion“ Technologie muss gesellschaftliche Probleme lösen. In unserem Kurs AI Prototyping 101: From Idea To Reality haben wir Theorie und Praxis verknüpft. Gemeinsam mit diversity-connects bearbeiteten Studierende die Start-Up Challenge „AI for Bureaucratic Inclusion“. Das Ziel war es, Künstliche Intelligenz evidenzbasiert zu nutzen, um bürokratische Hürden – vor allem bei der Ausländerbehörde – für benachteiligte Gruppen abzubauen.
3. Wissen weitergeben: Zertifikate und Lehre
Wissen entfaltet seine Wirkung erst durch Weitergabe. Brigitte Schönberger hat ihre akademische Expertise 2025 direkt als Dozentin in das universitäre Diversity + Gender Zertifikat eingebracht. So wird sichergestellt, dass Studierende systematisch lernen, wie inklusive Arbeitsumgebungen und Teams aufgebaut werden.
4. Den Talent-Verlust stoppen
Warum verlassen viele talentierte Frauen die Wissenschaft oder MINT-Berufe, bevor sie Führungspositionen erreichen? In der Forschung wird dieses Phänomen als Leaky Pipeline (die undichte Leitung) bezeichnet. Wir evaluieren unsere eigenen Strukturen kontinuierlich und haben am ENI gezielte Diversity Trainings zu diesem Thema sowie zu gendergerechterer Sprache durchgeführt. Dass diese Erkenntnisse auch für die Industrie hochrelevant sind, zeigt der erfolgreiche Praxistransfer: Brigitte Schönberger führte das Training zur Leaky Pipeline auch beim ersten Technology Excellence Female Summit von Siemens Healthineers durch.
5. Forschung, die hinschaut: Das Inklusions-Paradox
Das ENI treibt auch die internationale theoriebildende Forschung voran. Auf der R&D Management Konferenz 2025 in Pisa (Italien) wurde der Artikel über das Inklusionsparadoxon in sogenannten Makerspaces (offene High-Tech-Werkstätten) vorgestellt. Die Forschung zeigt: Obwohl diese Orte konzeptionell „offen für alle“ sein sollen, reproduzieren sie in der Praxis häufig unsichtbare soziale Barrieren. Nur wenn wir diese Mechanismen wissenschaftlich verstehen, können wir gerechtere Gründungsökosysteme gestalten.
Das Jahr 2025 zeigt: Wir am ENI begreifen DEI Management nicht als reine Verwaltungsaufgabe, sondern als aktiven, forschungsgeleiteten Gestaltungsprozess. Wir setzen uns weiterhin wissenschaftlich und praktisch dafür ein, dass unsere Forschung und Innovationskultur alle Menschen einschließen.
Brigitte Schönberger
Dr. sc. agr.Bereichsleiterin Diversity und Organisationsentwicklung